Warum

Heute hat mir der Arzt die Hiobsbotschaft übermittelt:

KREBS

Unheilbar, das sogenannte Primärkarzinom sitzt in der Lunge und hat bereits gestreut.
Gestreut heißt, es sind bereits Tochtertumore in der Leber, in der Wirbelsäule und am linken Beckenknochen entstanden.

Da stehst du nun mit 62 Jahren , hast ein Leben lang gerackert, dich immer und einzig an der Pflichterfüllung orientiert - vor den Trümmern deines Lebens.

Alle Pläne für den Ruhestand haben sich in nackte Angst vor der Frage : Wie lange kann ich noch leben , aufgelöst.

Rein rational ist mir die Endlichkeit dieser Diagnose überklar, emotional weigere ich mich jedoch sie zu akzeptieren.

Ich fühlte mich pudelwohl, stark wie eine Eiche, voller Lebenslust, Appetit und Unternehmungsgeist und plötzlich mutiere ich nur noch zu einem dahinsiechenden Stück Fleisch - Das ist bitter.

Verwandte, Freunde, Kollegen artikulieren die Bekundungen und Aufmunterungen die der Sprachschatz für derartige Anlässe hergibt, allerdings versperrt die eigene Ratio den Zugang zu echtem Trost.

Diese Ausweglosigkeit ist das größte Problem. Es geht nicht um Selbstmitleid nur niemand kann diese seelische Verzweiflung verstehen oder nachempfinden wenn er sich nicht in einer ähnlichen Lage befindet.

Ich weiß (noch) nicht wie ich mit der Situation umgehen soll.


Ronald

30. November 2009